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CM-Messung Estrich Feuchtigkeit mit Calciumcarbid-Methode und Druckflasche
Normen & Abnahme

Estrichmessung Feuchtigkeit: CM-Messung & Restfeuchte richtig bestimmen

Hannes Reich - Redakteur
Hannes Reich
•4 Min. Lesezeit

4 Min.

Lesezeit

Expertenwissen

Praxiserprobt

5 Jahre

Gewährleistung

D.A.CH

Einsatzgebiet

4.9

Google Bewertung

34

Standorte

Estrich Feuchtemessung mit professionellem Messgerät
Veröffentlicht am 01. April 2025 · Aktualisiert am 05. Mai 2025

Bevor ein Bodenbelag auf den Estrich kommt, muss eines sicher sein: Der Estrich ist trocken genug. Eingeschlossene Restfeuchte führt zu schweren Schäden wie Schimmelbildung, Blasenwurf, Aufwölbungen oder sich lösendem Kleber. Die professionelle Feuchtemessung ist daher eine absolute Notwendigkeit.

Was ist Restfeuchte?

Restfeuchte bezeichnet die nach der Trocknungsphase noch im Estrich verbliebene Feuchtigkeit. Frischer Estrich enthält große Mengen Wasser, das im Laufe der Zeit verdunstet. Erst wenn die Restfeuchte unter einen definierten Grenzwert gesunken ist, gilt der Estrich als belegreif.

Die CM-Messung: Das Standardverfahren

Was bedeutet CM?

CM steht für Calciumcarbid-Methode. Bei diesem Verfahren reagiert Calciumcarbid mit der im Estrich enthaltenen Feuchtigkeit zu Acetylengas. Der entstehende Druck wird gemessen und zeigt den Feuchtigkeitsgehalt an.

Warum CM-Messung?

Die CM-Messung ist:

  • Nach DIN 18560 das anerkannte Referenzverfahren
  • Zuverlässig und reproduzierbar
  • Verbindlich für die Freigabe zur Belagsverlegung
  • Dokumentierbar für Gewährleistungsfälle

Ablauf der CM-Messung

Schritt 1: Probenentnahme

An repräsentativen Stellen werden Proben entnommen:

  • Aus dem unteren Drittel des Estrichquerschnitts
  • An mehreren Stellen im Raum
  • Mindestens 3 Messstellen pro 200 m²

Schritt 2: Zerkleinerung

Das entnommene Material wird:

  • Sofort in einen Beutel gegeben (Feuchtigkeitsverlust vermeiden)
  • Mit einem Hammer zerkleinert
  • Gewogen (definierte Probenmenge)

Schritt 3: Messung

Die Probe wird:

  • In eine Druckflasche gegeben
  • Mit einer Ampulle Calciumcarbid versetzt
  • Geschüttelt, um die Reaktion zu starten
  • Nach Reaktionszeit abgelesen

Schritt 4: Dokumentation

Das Ergebnis wird protokolliert:

  • Datum und Uhrzeit
  • Messstelle (genau bezeichnet)
  • Estrichart und -dicke
  • Gemessener CM-Wert
  • Unterschrift des Messenden
Estrich richtig messen
Trockenzeit Estrich

Grenzwerte nach DIN 18560

Zementestrich (CT)

BedingungGrenzwert
Ohne Fußbodenheizung≤ 2,0 CM-%
Mit Fußbodenheizung≤ 1,8 CM-%

Calciumsulfatestrich (CA)

BedingungGrenzwert
Ohne Fußbodenheizung≤ 0,5 CM-%
Mit Fußbodenheizung≤ 0,3 CM-%

Besondere Anforderungen

Bei bestimmten Bodenbelägen gelten strengere Werte:

  • Parkett: Oft niedrigere Werte gefordert
  • Elastische Beläge: Herstellerangaben beachten
  • Naturstein: Je nach Material unterschiedlich

Elektrische Feuchtemessung

Nur zur Orientierung

Elektrische Messgeräte können für eine erste Einschätzung verwendet werden:

  • Schnell und zerstörungsfrei
  • Für Vergleichsmessungen geeignet
  • Zeigen Tendenzen an

Einschränkungen

Elektrische Messungen sind nicht verbindlich:

  • Zeigen nur relative Werte
  • Können durch Salze, Zusatzmittel, Temperatur verfälscht werden
  • Ersetzen die CM-Messung nicht

Häufige Fehler bei der Feuchtemessung

1. Zu frühes Messen

Eine Messung macht erst Sinn, wenn die theoretische Trockenzeit weitgehend abgelaufen ist. Zu frühe Messungen verschwenden Zeit und Geld.

2. Falsche Probenentnahme

Die Probe muss aus dem unteren Drittel des Estrichs stammen. Die Oberfläche trocknet schneller und zeigt nicht die tatsächliche Restfeuchte.

3. Zu wenige Messstellen

Eine einzelne Messung reicht nicht aus. Verschiedene Bereiche können unterschiedlich schnell trocknen:

  • Unter Fenstern
  • An Außenwänden
  • In Ecken

4. Unzureichende Lüftung vor der Messung

Vor der Messung sollte der Raum ausreichend gelüftet sein. Hohe Luftfeuchtigkeit kann die Trocknung verzögern.

5. Falsches Messgerät

Für die verbindliche Freigabe ist nur die CM-Messung zulässig. Andere Verfahren sind nicht anerkannt.

Wer führt die Messung durch?

Estrichleger

Viele Estrichleger führen die CM-Messung selbst durch und dokumentieren die Belegreife.

Bodenleger

Vor der Belagsverlegung sollte der Bodenleger eine eigene Messung durchführen und dokumentieren.

Unabhängige Sachverständige

Bei Streitigkeiten oder für besondere Sicherheit kann ein unabhängiger Sachverständiger hinzugezogen werden.

Kosten der Feuchtemessung

Die Kosten für eine CM-Messung sind überschaubar:

  • Messgerät und Verbrauchsmaterial: ca. 50-100 € pro Messung
  • Bei Beauftragung eines Dienstleisters: ca. 80-150 €

Im Vergleich zu den Kosten eines Feuchteschadens ist dies eine geringe Investition.

Dokumentation und Haftung

Warum dokumentieren?

Die schriftliche Dokumentation der Feuchtemessung ist wichtig für:

  • Gewährleistungsansprüche bei späteren Schäden
  • Nachweis der ordnungsgemäßen Ausführung
  • Absicherung aller Beteiligten

Was dokumentieren?

  • Datum, Uhrzeit, Ort
  • Estrichart und -dicke
  • Messergebnis in CM-%
  • Name des Messenden
  • Freigabe zur Belagsverlegung

Häufig gestellte Fragen

01

Was ist die CM-Messung?

Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) ist das anerkannte Verfahren zur Bestimmung der Restfeuchte im Estrich nach DIN 18560. Sie misst den Feuchtigkeitsgehalt durch chemische Reaktion.

02

Welche Grenzwerte gelten für die Estrichfeuchte?

Zementestrich: max. 2,0 CM-% (ohne FBH) bzw. 1,8 CM-% (mit FBH). Calciumsulfatestrich: max. 0,5 CM-% (ohne FBH) bzw. 0,3 CM-% (mit FBH).

03

Wer darf die CM-Messung durchführen?

Die CM-Messung sollte von geschultem Personal durchgeführt werden. Estrichleger, Bodenleger oder unabhängige Sachverständige sind typische Ansprechpartner.

04

Warum reicht ein elektrisches Messgerät nicht aus?

Elektrische Messgeräte zeigen nur relative Werte und können durch verschiedene Faktoren verfälscht werden. Für die verbindliche Freigabe ist die CM-Messung vorgeschrieben.

Fazit

Die Feuchtemessung im Estrich ist kein lästiger Zusatzaufwand, sondern eine unverzichtbare Qualitätssicherung. Nur mit der CM-Messung können Sie sicher sein, dass Ihr Bodenbelag keine Feuchteschäden erleiden wird.

Sie benötigen eine professionelle Feuchtemessung?

Kontaktieren Sie uns - wir beraten Sie gerne und führen die CM-Messung fachgerecht durch.

Themen

ZementestrichNeubauCM-MessungBelegreifeDIN 18560Trockenzeit

Über den Autor

Hannes Reich - Redakteur

Hannes Reich

Redakteur

Hannes Reich ist Redakteur bei Wir verlegen Estrich und schreibt über Themen rund um Estrich, Bodenbeläge und Bauplanung.

Fachredakteur für Bau- und HandwerksthemenSpezialisiert auf Estrich und BodenbelägeRecherche nach aktuellen DIN-Normen und Branchenstandards

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