
Anhydritestrich, auch als Calciumsulfatestrich (CA) bezeichnet, erfreut sich großer Beliebtheit im Wohnungsbau. Seine hervorragenden Eigenschaften machen ihn zum Favoriten bei Fußbodenheizungen. Doch wie bei jedem Material gibt es auch hier Vor- und Nachteile zu beachten.
Was ist Anhydritestrich?
Anhydritestrich ist eine Mixtur aus Anhydritbinder (wasserfreies Calciumsulfat) und Gesteinskörnung. Im Gegensatz zu Zementestrich verwendet er Anhydrit statt Zement als Bindemittel.
Zusammensetzung
- Anhydritbinder - wasserfreies Calciumsulfat als Bindemittel
- Gesteinskörnung - Sand und feiner Kies
- Wasser - für die Verarbeitbarkeit
- Fließmittel - für bessere Verteilung
Einsatzbereiche
Ideale Anwendungen
Anhydritestrich eignet sich hervorragend für:
- Wohnräume - Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer
- Büroflächen - trockene Arbeitsbereiche
- Räume mit Fußbodenheizung - optimale Wärmeleitung
- Bereiche mit hohen Ebenheitsanforderungen
Eingeschränkte Eignung
Mit besonderer Vorsicht oder nicht geeignet:
- Nassräume - nur mit zusätzlicher Abdichtung
- Kellerräume - Feuchtigkeitsgefahr beachten
- Außenbereiche - nicht geeignet
Nicht geeignet
- Balkone und Terrassen
- Garagen mit Feuchteeintrag
- Unbeheizte Räume mit Kondensatgefahr
Vorteile von Anhydritestrich
Kurze Trockenzeit
Der größte Vorteil: Anhydritestrich trocknet deutlich schneller als Zementestrich. Bereits nach etwa 7 Tagen ist er begehbar - das verkürzt die Bauzeit erheblich.
Hervorragende Wärmeleitfähigkeit
Anhydritestrich leitet Wärme optimal - perfekt für Fußbodenheizungen. Die Heizrohre werden vollständig umschlossen und die Wärme gleichmäßig verteilt.
Spannungsarm
Durch seine Eigenschaften neigt Anhydritestrich weniger zur Rissbildung als Zementestrich. Die Gefahr von Schwindrissen ist deutlich geringer.
Gute Verarbeitbarkeit
- Fließt gut in alle Ecken und Winkel
- Selbstnivellierende Eigenschaften
- Hohe Ebenheit erreichbar
Umweltfreundlich
Anhydrit ist ein natürliches Material und fällt als Nebenprodukt der Industrie an. Die Verwertung ist somit nachhaltig.
Günstiger Preis
Im Vergleich zu anderen Estricharten ist Anhydritestrich oft kostengünstiger in der Herstellung.
Nachteile von Anhydritestrich
Feuchtigkeitsempfindlichkeit
Der größte Nachteil: Anhydritestrich ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Bei dauerhafter Durchfeuchtung kann er Schaden nehmen.
Begrenzte Belastbarkeit
Im Vergleich zu Zementestrich ist die mechanische Belastbarkeit geringer. Für Industrieanwendungen ist er meist nicht geeignet.
Einschränkungen bei der Verwendung
- Nicht im Außenbereich einsetzbar
- Nicht in permanent feuchten Räumen
- Besondere Vorsicht bei Bodenfliesen im Bad
Aufheizprotokoll erforderlich
Bei Fußbodenheizung muss ein spezielles Aufheizprotokoll eingehalten werden, bevor der Bodenbelag verlegt werden kann.

Anhydritestrich und Fußbodenheizung
Die Kombination von Anhydritestrich und Fußbodenheizung ist ideal:
Warum passt es so gut?
- Optimale Wärmeleitung - Die Wärme wird schnell und gleichmäßig an die Oberfläche transportiert
- Gute Rohrumschließung - Die Heizrohre werden vollständig vom Estrich umschlossen
- Geringe Aufheizzeit - Das System reagiert schneller auf Temperaturänderungen
- Energieeffizienz - Niedrigere Vorlauftemperaturen möglich
Aufheizprotokoll
Nach der Trocknung muss das Aufheizprotokoll eingehalten werden:
- Funktionsheizen - Prüfung der Anlage
- Belegreifheizen - Langsames Aufheizen zur Restfeuchteentfernung
- Temperatursteigerung - Schrittweise auf Betriebstemperatur
Vergleich: Anhydrit- vs. Zementestrich
| Eigenschaft | Anhydritestrich | Zementestrich |
|---|---|---|
| Trockenzeit | Ca. 7 Tage | 3-4 Wochen |
| Wärmeleitfähigkeit | Sehr gut | Gut |
| Feuchtigkeitsresistenz | Gering | Hoch |
| Außenbereich | Nicht geeignet | Geeignet |
| Rissneigung | Gering | Höher |
| Kosten | Günstiger | Höher |
| Belastbarkeit | Mittel | Hoch |
Verarbeitung und Einbau
Vorbereitung
- Untergrund muss trocken und tragfähig sein
- Randdämmstreifen umlaufend anbringen
- PE-Folie auf Dämmung verlegen
Einbau
- Anmischen nach Herstellerangaben
- Gleichmäßig verteilen und abziehen
- Selbstnivellierung nutzen
Nachbehandlung
- Vor Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung schützen
- Trocknungszeit einhalten
- CM-Messung vor Bodenbelagsverlegung
Häufig gestellte Fragen
01Was ist Anhydritestrich?
Anhydritestrich (Calciumsulfatestrich CA) besteht aus Anhydritbinder und Gesteinskörnung. Er zeichnet sich durch schnelle Trocknung und hervorragende Wärmeleitfähigkeit aus.
02Wie lange muss Anhydritestrich trocknen?
Anhydritestrich trocknet deutlich schneller als Zementestrich - etwa 7 Tage bis zur Begehbarkeit. Die vollständige Belegreife hängt von der Dicke und den Umgebungsbedingungen ab.
03Ist Anhydritestrich für Badezimmer geeignet?
Anhydritestrich ist feuchtigkeitsempfindlich. Im Bad ist er nur mit zusätzlicher Abdichtung einsetzbar. Für reine Nasszellen wird Zementestrich empfohlen.
04Warum ist Anhydritestrich ideal für Fußbodenheizung?
Anhydritestrich hat eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit und umschließt die Heizrohre optimal. Die schnelle Trocknung verkürzt zudem die Bauzeit.
Fazit
Anhydritestrich ist eine hervorragende Wahl für trockene Wohnräume, besonders in Kombination mit Fußbodenheizung. Seine schnelle Trockenzeit und ausgezeichnete Wärmeleitfähigkeit machen ihn zum Favoriten vieler Bauherren.
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Über den Autor

Hannes Reich
Redakteur
Hannes Reich ist Redakteur bei Wir verlegen Estrich und schreibt über Themen rund um Estrich, Bodenbeläge und Bauplanung.



