Überblick
Was ist das Frässystem?
Das Fräsverfahren ist eine Methode zur nachträglichen Installation einer Fußbodenheizung in bestehenden Estrich. Mit Spezialfräsen werden Kanäle in den vorhandenen Estrich gefräst, Heizrohre eingelegt und mit Vergussmasse verschlossen - 0 mm zusätzliche Aufbauhöhe!
Aufbauhöhe
0-0 mm
Preis/m²
25-50 €
Max. Leistung
100 W/m²
Bauart
Bestandssystem
Aufbau
Typischer Schichtaufbau
Schichtaufbau
0 mmFräsverlegung im Bestand
Null Millimeter zusätzlicher Aufbau: Eine CNC-Fräse schneidet Kanäle in den vorhandenen Estrich, Heizrohre werden eingelegt und vergossen. Türhöhen und Anschlüsse bleiben unverändert.
Vergussmasse: Füllt die Fräskanäle bündig
Bestehender Estrich: Fräskanäle für Heizrohre
Untergrund: Rohdecke oder Bestandsboden (variabel)
Hinweis zur Aufbauhöhe
Das Frässystem benötigt 0 mm zusätzliche Aufbauhöhe – die Heizrohre werden in den bestehenden Estrich gefräst und mit Vergussmasse verschlossen. Ideal für Sanierungen ohne Höhenverlust.
Technische Daten
Spezifikationen nach DIN EN 1264
| Eigenschaft | Wert | Norm |
|---|---|---|
Aufbauhöhe Gesamthöhe inkl. Estrich | ab 0 mm | DIN 18560 |
Rohrdurchmesser Verfügbare Abmessungen | 10, 12, 14, 16 mm | DIN 4726 |
Verlegeabstände Je nach Wärmebedarf | 100, 125, 150 mm | DIN EN 1264 |
Wärmeleistung Bei max. 55°C | 40-100 W/m² | DIN EN 1264-2 |
Max. Oberflächentemperatur Aufenthaltszone | max. 29°C (Aufenthaltszone) | DIN EN 1264-2 |
Aufbauhöhe
DIN 18560
Rohrdurchmesser
DIN 4726
Verlegeabstände
DIN EN 1264
Wärmeleistung
DIN EN 1264-2
Bewertung
Vorteile & Nachteile
Vorteile
- Null zusätzliche Aufbauhöhe
- Keine Türanpassung nötig
- Bestehender Estrich bleibt erhalten
- Schnelle Installation (80-100 m²/Tag)
- Schnelle Wärmeabgabe durch oberflächennahe Rohre
- Ideal für Wärmepumpen-Kombination
- Förderbar über BEG (bis 45%)
Nachteile
- Geringere Wärmespeicherung
- Nicht jeder Estrich geeignet (mind. 35-40 mm)
- Gussasphalt kritisch (hohe Rissgefahr)
- Staub trotz Absaugung
- Lärm während der Fräsarbeiten
- Risiko bei unbekannten Leitungen im Estrich
Heizkreisverteiler
Der Verteiler regelt die einzelnen Heizkreise – Vorlauf (rot) und Rücklauf (blau) werden über Stellantriebe gesteuert für optimale Raumtemperatur.
Einsatzbereiche
Eignung & Anwendung
Neubau
Nicht geeignetSanierung
OptimalAltbau
OptimalNassraum
GeeignetObergeschoss
GeeignetHolzbalkendecke
Nicht geeignetGewerbe
GeeignetHersteller
Marktführer & Produktsysteme
Hemming Technik
HE 120 Estrichfräse
GDI Herdecke
Drytec
ECOtherm
Fräsverfahren
PKtherm
Fräsmaschinen
SCHÜTZ
Energy Systems Fräsen
innoHEAT
Fußbodenheizung Fräsen
Estrich prüfen
Estrichdicke messen (mind. 35 mm, besser 45 mm). Festigkeit per Kratzprobe prüfen. Probebohrung für exakte Dicke. Hohlstellen mit Klopftest orten – hier nicht fräsen.
Fräsplan erstellen
Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Verlegemuster: 10 cm im Bad, 15 cm Wohnbereich. Verteiler-Position zentral planen. Dokumentation für Wartung.
Kanäle fräsen
CNC-Fräsmaschine arbeitet nach digitalem Plan. Fräskanäle: 16-17 mm tief, 14-20 mm breit. Integrierte Absaugung fängt 95% Staub.
Reinigen & Grundieren
Kanäle absaugen, Reste ausbürsten. Haftgrundierung auftragen – bindet Reststaub, sichert Verbund zwischen Altestrich und Vergussmasse.
Rohre einlegen & Druckprobe
Flexible Rohre (10-14 mm) in grundierte Kanäle eindrücken. 6 bar Druckprobe, Protokoll erstellen. Druck halten.
Vergussmasse einbringen
Selbstnivellierende Vergussmasse in Kanäle gießen, bündig abziehen. Nach 24 h begehbar, 7 Tage belegreif. 0 mm Aufbauhöhe!
Kosten
Was kostet das Frässystem?
Preisfaktoren
Senkt den Preis
Erhöht den Preis
Material-Set
25–50 €/m²
Reine Materialkosten (ohne Montage)
Preise variieren je nach Hersteller und Menge. Unverbindliche Richtwerte.
Experten-Hinweise
Praxis-Tipps vom Fachmann
Kernbohrung empfohlen
Vor der Auftragsvergabe Estrichdicke und Qualität prüfen lassen. Mindestens 35 mm tragfähiger Estrich sind nötig.
Nicht bei Gussasphalt
Gussasphaltestrich ist wegen der hohen Rissgefahr bei Wärmeausdehnung ungeeignet. Die meisten Fachbetriebe lehnen ab.
Belag selbst entfernen
Wer Fliesen, Parkett oder Vinyl vorher selbst entfernt, spart 8-15 €/m². Die Fräse braucht direkten Estrichzugang.
Leitungen orten lassen
Vor dem Fräsen alle Elektroleitungen im Estrich lokalisieren. Beschädigte Kabel bedeuten teure Folgeschäden.
Sanierung ohne Aufbauhöhe
Die Heizrohre werden direkt in den bestehenden Estrich gefräst – keine zusätzliche Aufbauhöhe, keine neuen Türschwellen, schnelle Umsetzung.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Mindestens 35-40 mm Estrichstärke, empfohlen 50 mm. Bei dünneren Estrichen ist die Tragfähigkeit gefährdet. Vor Beginn wird immer eine Probebohrung durchgeführt.
Zementestrich (CT) und Anhydritestrich (CA): sehr gut geeignet. Trockenestrich ab 20 mm: möglich. Gussasphalt: kritisch wegen hoher Rissgefahr - die meisten Anbieter lehnen ab.
Die Fräskanäle sind typischerweise 15-20 mm tief (meist 16-17 mm) und je nach Rohrdurchmesser 14-22 mm breit. Nach dem Einlegen der Rohre werden die Kanäle mit Vergussmasse verschlossen.
Fräsen + Verlegen: 30-95 €/m², Durchschnitt 30-70 €/m². Zusätzlich: Heizkreisverteiler 250-1.500 €, Regelung ca. 250 €. Ein 100 m² EFH kostet komplett ca. 5.000-10.000 €.
Moderne Fräsmaschinen haben integrierte Industriestaubsauger mit Zyklonabscheider - es bleibt ca. 1,5 kg Feinstaub/m², der größte Teil wird abgesaugt. Lärm ist unvermeidlich, aber weniger als bei komplettem Estrichabriss.
Alternativen
Verwandte Verlegesysteme
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