Deckbeschichtung wird auf fertigen Kunstharzestrich gegossen

SR-Estrich · DIN 18560

Kunstharzestrich

Der High-Tech-Estrich für Spezialanforderungen: Chemiebeständig, schnell aushärtend, extrem dünnschichtig. Ideal für Labor, Pharma, Reinräume und chemisch belastete Bereiche.

5 Jahre

Gewährleistung

D.A.CH

Einsatzgebiet

4.9

Google Bewertung

34

Standorte

Überblick

Was ist Kunstharzestrich?

Kunstharzestrich erreicht mit bis zu 100 N/mm² eine sehr hohe Druckfestigkeit und ist extrem chemikalienbeständig. Seine Mindestschichtdicke ab 10 mm im Verbund spart wertvollen Aufbau bei Sanierungen. In Reinräumen, Laboren und der Lebensmittelproduktion ist er wegen seiner hygienischen, leicht zu reinigenden Oberfläche weit verbreitet. Wichtig: Bauwerksfugen müssen übernommen werden.

FBH geeignet
Nassraumgeeignet
Außenbereich
Industrietauglich
Chemiebeständig
Versiegelung fließt selbstnivellierend auf Kunstharzestrich
Deckschicht auf Kunstharzestrich mit Rakel verteilen

Bewertung

Vorteile & Nachteile

Vorteile

  • Höchste chemische Beständigkeit (Säuren, Laugen, Öle)
  • Schnell belastbar (1–3 Tage, PMMA 2h)
  • Extrem dünnschichtig (ab 10 mm)
  • Wasserdicht (WHG-konform möglich)
  • Antistatische Ausführung möglich (ESD)
  • Hygienisch (Hohlkehlen möglich, leicht zu reinigen)
  • Rutschhemmung R9-R13 einstellbar

Nachteile

  • Höchster Preis aller Estricharten
  • Aufwendige Untergrundvorbereitung (Kugelstrahlen)
  • Geruchsbelastung beim Einbau (Lüften!)
  • Spezial-Know-how erforderlich
  • Begrenzte Topfzeit bei Verarbeitung (15-45 Min.)
  • Bauwerksfugen müssen übernommen werden

Technische Daten

Eigenschaften nach DIN 18560

Druckfestigkeit

Je nach Harzsystem

60 – 100 N/mm²

DIN EN 13813

Biegezugfestigkeit

25 – 50 N/mm²

DIN EN 13813

Rohdichte

1.600 – 2.000 kg/m³

DIN 18560-5

Schichtdicke

Deutlich dünner als CT/CA

10 – 30 mm

DIN 18560-5

Wärmeleitfähigkeit

Wärmedämmend (Isolator)

0,2 – 0,3 W/(m·K)

DIN 4108-4

Belastbar nach

PMMA: 2-4 Stunden

1 – 3 Tage

Chemische Beständigkeit

Säuren, Laugen, Öle, Lösemittel

Sehr hoch

Harzsysteme

Epoxid, Polyurethan, Acryl

EP, PUR, PMMA

Rutschhemmung

Je nach Einstreuung

R9 – R13

DIN 51130

Einsatzbereiche

Eignung & Anwendung

Innenbereich

Geeignet

Außenbereich

Geeignet

Nassraum

Geeignet

Fußbodenheizung

Geeignet

Industrie

Geeignet

Ausführungen

Verlegearten & Verarbeitung

Verlegearten · DIN 18560

Verbundestrich

Direkt auf Untergrund (max. 50mm)

25 mm

Auf Trennschicht

Auf PE-Folie

35 mm

Schwimmend

Auf Dämmschicht (F4: 40-45mm)

40 mm

Heizestrich

45mm Rohrüberdeckung (Gesamt ~65mm)

45 mm

Verarbeitungsform · DIN EN 13813

Konventionell

Erdfeuchte Konsistenz

Fließestrich

Selbstnivellierend, pumpfähig

Aufbau

Typischer Schichtaufbau

Schichtaufbau~20–35 mm

Versiegelung / Deckschicht1–2 mm
Kunstharzestrich (SR)15–30 mm
Grundierung / Kratzspachtel
Betonuntergrund (vorbereitet)

Kunstharzestrich im Verbund

Vollwertiger Estrich aus Reaktionsharz nach DIN 18560-5 – mindestens 15 mm. Nicht zu verwechseln mit dünnen Beschichtungen (3–6 mm)!

Harzestrich

Mind. 15 mm nach DIN 18560-5 – EP, PU oder MMA

Deckschicht

Optionale Versiegelung für Chemie- und Abriebschutz

Grundierung

Haftvermittler, ggf. mit Quarzsand abgestreut

Experten-Hinweise

Kunstharz verzeiht keine Fehler – das muss sitzen

Vorbereitung

Untergrund ist alles

Kunstharz haftet nur auf vorbereiteten Flächen. Kugelstrahlen oder Fräsen ist Pflicht – einfaches Schleifen reicht nicht. Alte Beschichtungen, Öl, Trennmittel? Totale Enthaftung. Keine Kompromisse.

Klimabedingung

Taupunkt beachten

Ist die Untergrundtemperatur unter dem Taupunkt, kondensiert Feuchtigkeit – unsichtbar. Das Harz bindet nicht richtig, Blasen entstehen. Immer messen! Mindestens 3°C über Taupunkt.

Zeitfenster

Topfzeit = Stress

Nach dem Anmischen tickt die Uhr: 15–45 Minuten je nach System. Danach wird die Masse zäh und unbrauchbar. Große Flächen brauchen mehrere Teams parallel. Keine Improvisation möglich.

Lichtbeständigkeit

UV macht Epoxid gelb

Standard-Epoxidharz vergilbt unter UV-Licht. In Hallen mit Oberlichtern oder Außenbereichen: PUR-Systeme oder UV-stabile Versiegelung verwenden. Sonst nach 2 Jahren unschön.

Sicherheit

Rutschhemmung einstellen

Die Rutschsicherheit (R9–R13) wird über Quarzsand-Einstreuung eingestellt. R9 für Büros, R11-R12 für Nassräume, R13 für Ölbereiche. Die Körnung beeinflusst auch die Reinigbarkeit.

01

Untergrundvorbereitung

Der entscheidende Schritt: Per Kugelstrahlen oder Diamantfräsen wird die Oberfläche aufgeraut und von Zementschlämme befreit. Die Haftzugfestigkeit muss mindestens 1,5 N/mm² betragen (DIN EN 1542).

KugelstrahlenDiamantfräsenHaftzugprüfung
02

Klimakontrolle & Grundierung

Untergrundtemperatur min. 10°C, mindestens 3°C über Taupunkt, max. 75% rel. Luftfeuchte. Die 2K-Grundierung wird „frisch in frisch" mit dem Estrich verbunden – kein Antrocknen lassen!

TaupunktmessungGrundierungFrisch-in-frisch
03

Mischen des Kunstharzmörtels

Harz und Härter werden exakt nach Herstellervorgabe gemischt, dann mit Quarzsand gefüllt (ca. 1:8 bis 1:12). Der fertige Mörtel ist erdfeucht – wie nasser Sand, nicht flüssig! Topfzeit: 15–45 min.

Harz-HärterErdfeuchtMischungsverhältnis
04

Einbau & Abziehen

Der erdfeuchte Kunstharzmörtel wird auf die noch nasse Grundierung aufgebracht („frisch in frisch"). Mit Abziehlatten (Alu-Lehren) wird er auf die exakte Höhe gebracht. Der Mörtel verläuft NICHT selbstständig.

AbziehlattenLehrenFrisch-in-frisch
05

Verdichten & Glätten

Mit dem elektrischen Flügelglätter (Tellerglätter) wird der Estrich mechanisch verdichtet und die Oberfläche geschlossen. So entsteht die extrem dichte, porenfreie Struktur mit bis zu 100 N/mm² Druckfestigkeit.

FlügelglätterVerdichtungOberflächenschluss
06

Aushärtung & Freigabe

Die Aushärtung erfolgt durch chemische Reaktion – nicht durch Trocknung! EP/PUR: 1–3 Tage bis voll belastbar. PMMA: bereits nach 2–4 Stunden. Bauwerksfugen müssen zwingend übernommen werden.

Chemische ReaktionBauwerksfugenBelastbarkeit

Kosten

Was kostet Kunstharzestrich?

Preisfaktoren

Senkt den Preis

Guter UntergrundErdgeschossGutes Klima

Erhöht den Preis

Kleine FlächeUntergrundvorbereitungTaupunkt/WinterGroße FlächeESD/AntistatischWHG-BeschichtungRutschhemmung R13

Preisspanne

85250 €/m²

Material + fachgerechte Verlegung nach DIN 18560

Inkl. AnfahrtInkl. MaterialInkl. Abrechnung nach m²
Schutzschicht auf Kunstharzestrich auftragen

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Kunstharzestrich ist sinnvoll bei: Chemischer Belastung (Labor, Produktion, Galvanik), hohen Hygieneanforderungen (Pharma, Lebensmittel), antistatischen Anforderungen (Elektronik, Reinräume), WHG-Anforderungen (Auffangwannen), geringer Aufbauhöhe (Sanierung), oder wenn schnelle Belastbarkeit entscheidend ist.

Epoxidharz (EP): Höchste Chemie- und Abriebbeständigkeit, starr, vergilbt bei UV. Polyurethan (PUR): Elastischer, rissüberbrückend, UV-stabiler. PMMA (Acryl): Schnellste Aushärtung (2–4h, auch bei -20°C bis +35°C), ideal für Sanierung im laufenden Betrieb.

Die Kosten liegen zwischen 85 und 150 €/m² je nach Harzsystem und Anforderung. EP-Standard ab 85 €, PUR ab 95 €, PMMA ab 100 €, ESD-Ausführung ab 120 €/m². Die Investition lohnt sich durch Langlebigkeit (15-25 Jahre) und reduzierte Folgekosten (keine Fugenreparaturen).

Typischer Aufbau: 1. Untergrundvorbereitung (Kugelstrahlen, Fräsen), 2. Grundierung (Haftbrücke), 3. Estrichmörtel (Harz + Quarzsand), 4. Optional: Versiegelung oder Hohlkehlen. Die Schichtdicke beträgt 10–30 mm – deutlich weniger als mineralische Estriche. Wichtig: Bauwerksfugen müssen übernommen werden!

Ja, Kunstharzestrich ist mit Fußbodenheizung kombinierbar. Besonders PUR-Systeme sind durch ihre Elastizität gut geeignet. Wichtig: Kunstharz ist ein Wärmeisolator (λ ≈ 0,2–0,3 W/m·K), daher reagiert das System träger als bei mineralischen Estrichen. Dafür profitiert man von der geringen Schichtdicke. Aufheizprotokoll nach Herstellerangaben beachten.

Estrich Projekt

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