CA-Estrich · DIN 18560

Calciumsulfatestrich

Der selbstnivellierende Premium-Estrich für Innenräume. Spannungsarm, enorme Wärmeleitfähigkeit und die erste Wahl für Fußbodenheizungen – belegreif oft Wochen früher als Zement.

5 Jahre

Gewährleistung

D.A.CH

Einsatzgebiet

4.9

Google Bewertung

34

Standorte

Überblick

Was ist Calciumsulfatestrich?

Calciumsulfatestrich – oft als Anhydritestrich oder Fließestrich bezeichnet – ist der moderne Standard im Wohnungsbau. Durch seine flüssige Konsistenz umschließt er Heizrohre vollflächig, was die Heizleistung im Vergleich zu Zementestrich spürbar verbessert. Er härtet extrem spannungsarm aus, wodurch große fugenlose Flächen bis zu 1.000 m² (bei quadratischer Geometrie) möglich sind. Ideal für Bauherren unter Zeitdruck: Bereits nach 7 Tagen kann oft mit dem Funktionsheizen begonnen werden.

Optimal für FBH
Bedingt Nassraum
Industrietauglich
Schnell belegreif
Estrichleger nivelliert Calciumsulfat-Fließestrich mit Schwabbelstange
Nahaufnahme: Schwabbelstange auf frischem Calciumsulfat-Fließestrich

Bewertung

Vorteile & Nachteile

Vorteile

  • Schnellere Bauphase durch frühes Aufheizen
  • Fugenlose Verlegung großer Flächen (Optik!)
  • Perfekte Rohrumschließung für effiziente FBH
  • Geringere Aufbauhöhe (ab 35mm Rohrüberdeckung bei F5)
  • Kein "Schüsseln" (Aufwölben) der Ränder
  • Hohe Ebenheit durch Selbstnivellierung

Nachteile

  • Empfindlich gegen dauerhafte Feuchtigkeit
  • Nicht für Außenbereiche geeignet
  • Materialpreis höher als bei Zementestrich
  • Anschleifen der Sinterschicht zwingend nötig
Fließestrich mit Schwabbelstock durchstoßen und entlüften

Schwabbeln

Das Durchstoßen ("Schwabbeln") verteilt den Estrich gleichmäßig und entfernt Lufteinschlüsse – für 100% Rohrumschließung bei Fußbodenheizung.

Technische Daten

Eigenschaften nach DIN 18560

Druckfestigkeit

C20 – C35

DIN EN 13813

Biegezugfestigkeit

Maßgeblich für Tragfähigkeit

F4 – F7

DIN EN 13813

Rohdichte

ca. 2.000 – 2.200 kg/m³

DIN 18560-2

Mindestdicke schwimmend

Nenndicke ohne FBH

≥ 35 mm

DIN 18560-2

Rohrüberdeckung FBH

Je nach Festigkeitsklasse (F4/F5)

35 – 45 mm

DIN 18560-2

Wärmeleitfähigkeit

Je nach Produkt – oft gleichwertig oder besser als Zementestrich (1,4)

1,1 – 1,8 W/(m·K)

DIN 4108-4

Belegreife (ohne FBH)

≤ 0,5 CM-%

DIN 18560-1

Belegreife (mit FBH)

Strenger Grenzwert!

≤ 0,3 CM-%

DIN 18560-1

Trocknungszeit

Abhängig von Klima & Lüften

ca. 3–6 Wochen
Fließestrich wird auf Fußbodenheizung gepumpt – Heizrohre sichtbar
Estrichleger-Team beim Einbau von Fließestrich über Fußbodenheizung

Einsatzbereiche

Eignung & Anwendung

Innenbereich

Geeignet

Außenbereich

Nicht geeignet

Nassraum

Bedingt

Fußbodenheizung

Optimal

Industrie

Bedingt

Ausführungen

Verlegearten & Verarbeitung

Verlegearten · DIN 18560

Verbundestrich

Direkt auf Untergrund (max. 50mm)

25 mm

Auf Trennschicht

Auf PE-Folie

35 mm

Schwimmend

Auf Dämmschicht (F4: 40-45mm)

40 mm

Heizestrich

45mm Rohrüberdeckung (Gesamt ~65mm)

45 mm

Verarbeitungsform · DIN EN 13813

Konventionell

Erdfeuchte Konsistenz

Fließestrich (CAF)

Selbstnivellierend, pumpfähig

Präzision

Höhenpunkte (Meterriss) und penibel verlegter Randdämmstreifen – Grundlage für perfekte Ebenheit.

Fließestrich mit Höhenpunkten und Randdämmstreifen

Aufbau

Typischer Schichtaufbau

Schichtaufbau~180 mm

Calciumsulfatestrich≥55 mm
Heizrohre (FBH)16 mm
Systemplatte / Trittschall20 mm
PE-Folie (2-lagig)0,4 mm
Wärmedämmung30 mm
Ausgleichsschüttung (optional)50 mm
Abdichtung (zwingend bei erdberührt)
Rohdecke

Schwimmender Heizestrich

Fließestrich auf Dämmschicht – besonders eben und ideal für großflächige Fußbodenheizung. Feuchteempfindlich: Abdichtung bei erdberührenden Bauteilen zwingend!

Fließestrich

Mind. 55 mm Gesamtdicke bei Heizestrich (DIN 18560-2)

Heizrohre

16 mm FBH – optimale Wärmeleitung durch CA

Systemplatte

Noppenplatte mit integrierter Trittschalldämmung

Wärmedämmung

EPS oder PUR nach GEG-Anforderungen

Abdichtung

Zwingend bei erdberührt – CA ist feuchteempfindlich!

Experten-Hinweise

Vermeiden Sie diese 4 Fehler bei Anhydritestrich

Ablauf beachten

Fenster auf – zur richtigen Zeit!

Die ersten 48 Stunden: Fenster ZU (Zugluft vermeiden). Ab Tag 3: Fenster AUF (Stoßlüften). Wer Anhydrit wie Zement behandelt (lange feucht halten), riskiert, dass er nicht trocknet oder fault.

Haftungsfalle

CM-Messung ist Pflicht

Verlassen Sie sich nie auf Zeitangaben. Nur die CM-Messung zählt. Grenzwerte: 0,5 CM-% (unbeheizt) und extrem trockene 0,3 CM-% (beheizt). Wer früher legt, riskiert Totalschaden am Parkett.

Schadensursache #1

Sinterschicht ignorieren

Die helle Schicht oben auf dem Estrich muss weg. Wenn der Fliesenleger direkt darauf klebt, löst sich der Kleber samt Haut vom Estrich. Ein Reinigungsschliff ist technische Notwendigkeit.

Systemtreue

Verwechslung mit Zement

Verwenden Sie keine zementbasierten Kleber ohne entsprechende Grundierung auf Calciumsulfat. Gips und Zement vertragen sich bei Feuchtigkeit chemisch nicht (Ettringitbildung → Sprengwirkung).

01

Nivellierprüfung & Meterriss

Wir prüfen per Laser die Rohdecke. Der Meterriss ist unsere Referenz für die exakte Aufbauhöhe. Bei erdberührten Böden installieren wir eine Abdichtung gegen aufsteigende Feuchte.

MeterrissAbdichtungHöhenaufnahme
02

Dämmung & Randstreifen

Verlegung der Wärme- und Trittschalldämmung. Wichtig: Der Randdämmstreifen wird penibel an allen aufgehenden Bauteilen befestigt, um Schallbrücken zu verhindern.

TrittschallDämmungRanddämmstreifen
03

Schutzfolie & Heizrohre

Die Abdeckfolie (Schrenzlage) wird dicht verklebt, damit kein Estrichwasser in die Dämmung läuft. Darauf erfolgt (durch den Heizungsbauer) die Montage der Fußbodenheizung.

SchrenzlageTackerplatteSystemtrennung
04

Einbringen des Fließestrichs

Wir pumpen den CAF in den Raum. Mittels Schwabbelstange wird er durchgeschlagen. Er nivelliert sich selbstständig zu einer absolut ebenen Fläche.

PumpenNivellierenSchwabbeln
05

Ruhephase & Belüftung

48h Bautenschutz (kein Betreten, keine Zugluft). Danach beginnen Sie mit intensivem Stoßlüften, um die Baufeuchte abzutransportieren.

AbbindenLüftungsprotokollBautenschutz
06

Anschleifen (Reinigungsschliff)

Nach ca. 5-10 Tagen (je nach Begehbarkeit) schleifen wir die Oberfläche an, um die Sinterschicht zu brechen. Das beschleunigt die weitere Trocknung massiv.

SinterschichtSchleifenTrocknungsbeschleunigung
07

Funktionsheizen & Belegreife

Frühestens ab Tag 7 starten wir das Funktionsheizen nach DIN EN 1264. Nach erfolgreicher CM-Messung (≤ 0,3 CM-% bei FBH) ist Ihr Boden bereit für Parkett oder Fliesen.

FunktionsheizenCM-MessungFreigabe

Kosten

Was kostet Calciumsulfatestrich?

Preisfaktoren

Senkt den Preis

Große FlächeGuter UntergrundPumpzugangErdgeschoss

Erhöht den Preis

Kleine FlächeDicke >50mmSinterschliffOG ohne Aufzug

Preisspanne

2245 €/m²

Material + fachgerechte Verlegung nach DIN 18560

Inkl. AnfahrtInkl. MaterialInkl. Abrechnung nach m²
Fließestrich wird auf Fußbodenheizung gepumpt – Tackerplatte mit Heizrohren sichtbar

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Ja, im häuslichen Bad ist das möglich, aber es erfordert Sorgfalt. Da CA-Estrich bei Nässe an Festigkeit verliert, muss eine vollflächige Abdichtung unter den Fliesen (Verbundabdichtung) gemäß DIN 18534 lückenlos ausgeführt werden. Bei bodengleichen Duschen empfehlen wir sicherheitshalber oft Zementestrich.

CA-Estrich ist in der Regel nach 2–3 Tagen begehbar. Voll belastbar ist er meist nach 5 Tagen. Wichtig: Ab dem 3. Tag muss intensiv gelüftet werden (Stoßlüften), um die Feuchtigkeit abzutransportieren.

Ja. Bei Fließestrich bildet sich oft eine weiche "Sinterschicht" oder ein Häutchen an der Oberfläche. Diese muss durch einen Reinigungsschliff entfernt werden (meist nach 5-10 Tagen), damit der Estrich schneller trocknet und Kleber später haften. Wir bieten das oft als Zusatzleistung an.

Erstens umschließt der flüssige Estrich die Heizrohre zu 100% – keine Lufteinschlüsse wie bei erdfeucht verlegtem Zementestrich. Zweitens ermöglicht er dünnere Schichten (35mm Überdeckung bei F5 statt 45mm bei CT F4), was die Wärme schneller in den Raum bringt. Drittens kann das Funktionsheizen bereits ab Tag 7 starten – deutlich früher als bei Zement.

Im Gegensatz zu Zementestrich sind "echte" Schnellbinder bei Calciumsulfat unüblich oder technisch anders. Die Trocknung wird primär durch das frühe Funktionsheizen (schon ab Tag 7 möglich) und gutes Lüften beschleunigt.

Estrich Projekt

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